in einer Konditorei steht neben mir einen junge Frau. Sie fragt „gibt es hier auch eine Torte nur mit Joghurt? ohne Sahne?“. Nein, antwortet die Verkäuferin, die würden nicht schmecken.
Ich beginne mich zu fragen, ob die wirklich niemand essen würde. denke über Sahne nach und Joghurt und ob Frischkäse nicht eine Alternative sein könnte
ich bin dran, ich höre die Verkäuferin nicht, sie muss lauter werden, ist gestresst, ruft „bitte jetzt bestell doch endlich“
Ich stehe noch eine Weile da, fang an schneller zu Atmen. Auf einmal steht mein Vater in weisser Backschürze hinter der Theke.
Ich geh ohne zu antworten oder ein Stück Torte zu kaufen.
Ich weiss nun, dass man diese Momente Flashbacks nennt.
(Das ist eine Lüge, ich kannte auch bereits vorher das Wort schon, genau so wie „Panikattacken“, „Dissoziation“, „Emotionregulations-
probleme“ oder „Erhöhte Wachsamkeit“. Ich wusste aber nicht, dass dies auch ein Stück weit Worte waren, die ich für mich benutzen darf.
Gerade bei diesen klinischen Begriffen halte ich mich zurück, ich möchte nichts „missbrauchen“, bin mir selten sicher, was nun was ist, und sorge mich davor, jemandem etwas weg zu nehmen.
besonders mit dem Begriff der „Panikattacke“ kann ich mich einfach nicht abfinden, habe das Gefühl diesen nicht brauchen zu dürfen, die „Panikattacke“ erst einmal beweisen zu müssen, getestet und schwarz auf weiss zu bekommen, bevor ich sie so nennen dürfte. )
Ich stehe also vor der Bäckerei und denke „das war nun also ein Flashback“
zum Glück war ich in Osnabrück, da ist die nächste Torte nie weit
Die besten gibts bei Café Lohmann. Ich empfehle Mandarine-Sahne.

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