Eine gute Freundin erzählt heute, sie fürchtet sich gerade, nicht genug Zeit allein zu verbringen. Dass sie sich, sozusagen, gerade verpasst.
Nicht mitbekommt wer sie eigentlich ist im Moment.
Wir überlegen wie sie sich kennenlernen könnte.
Eine weitere liebste Freundin schlägt vor weniger zu konsumieren, keine Musik mehr im Bus, keine Serien im Bett. Dann würde man seine Gedanken besser hören können. Und man sei ja schliesslich was man denkt oder?
Mich kneift’s bei dem Satz etwas im Bauch. „I think therefore I am“ ist schon ziemlich simpel oder? Ich find mehr so „I conceptualize therefore I am“ aber vielleicht ist das genau so, oder sogar noch, flacher.
Ich schlage eine Reise alleine vor, einen Wochenendtrip in die nächste grosse Stadt.
Die zweite Freundin sagt, davor würde jetzt sie sich fürchten, das wär doch schon ziemlich einsam. Ich sag, mir käme nicht einsam sein fast gruseliger vor, als so wie sie, immer überall social butterfly von allen umgeben und umarmt zu sein.
Wir alle lachen und verstehen die Ängste der anderen nicht.
Jede scheint irgendwie banal.
Ich zitiere irgendwen, der mir einmal sagte: “Die Angst hat nicht recht”, und wir nicken und freuen uns darüber. Das ganze “Angst ist ‘nur’ ein Gefühl” fällt zwischen Pasta und Freundinnen leicht.
Jetzt schüttelt’s mich fast ein wenig, wie schön eigentlich, dass es eben auch Orte gibt, wo sich Angst gerade ganz weit weg anfühlt.
Eigentlich wollte ich darüber schreiben, dass jedes Mal wenn du blinzelst 49 Personen häusliche Gewalt erleben. Ein andern mal. Jetzt sprüh ich Raumduft übers Bett und öffne vielleicht noch ganz kurz mein Fenster.
Ohh und ich hör dieses Lied. Lana del Rey – Henry, come on.
https://open.spotify.com/intl-de/track/6CYldrsUPBsiPtfLW4xZCl?si=99d3a5cda27c43cd

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