Jetzt sitze ich wieder auf Zehenspitzen da und fühle ganz viel rumoren zwischen den Rippen. Ich schiebe Apfelschnitze und Kekse weiter auseinander damit die Kekse nicht weich werden und bin etwas aufgewühlt.
Mit dem Ende des Sommers ist eine grosse Unsicherheit im Bauch eingezogen welcher ich in der Therapie immer wieder versuche ein es-passieren-lassen entgegenzusetzen.
Das ist schwer.
Ich frage mich ob man zwanghaft locker werden kann, wenn man es detailliert plant und es sich jeden morgen ganz ganz fest vornimmt…
fingers crossed.
Gestern Abend fahre ich gegen Sieben nach Hause.
Mein Fischeier fliegt.
Er gehört mir nicht, aber wir mögen uns.
Er wohnt ganz in der Nähe am Biotop und sitz oben auf den hohen Fichten und erinnert mich daran, dass ich doch eigentlich schreiben wollte.
Als ich ganz klein war und noch nicht mein Brot selbst schneiden konnte, bekam ich jeden Morgen Deutschlandbrot.
Eine Scheibe Vollkornbrot gedrittelt. Ganz oben Samba Nusscreme. Das Glas mit dem fröhlichen kleinen Äffchen.
In der Mitte Himbeermarmelade.
Unten Wolkenbeermarmelade. Moltebeere nennt man sie auch, eine orange-gelbe himbeerförmige Beere mit grossen Kernen.
Jeden Morgen sass ich also im TripTrapStuhl und ass meine Deutschlandflagge und freute mich und biss mal hier und mal da ab und fand, dass alles ganz fantastisch zusammen passt.
Gestern hab ich das erste mal seit langem wider Wolkenbeermarmelade gesehen. Da stand sie einfach so, orange und kernig und süss wie immer.
Als wären nicht 15 Jahre und ein ganzes Leben passiert.
Ich wollte mutig sein und hab sie gekauft.
Heute morgen habe ich eine Scheibe Vollkornbrot gedrittelt.
Schwarz-Rot-Gold.
Es war gut, obwohl ich eigentlich keine Schokolade mehr mag und auch sowieso nie süss frühstücke.
Ich hab nicht geweint und kein Bauchweh bekommen, mir war auch nicht schlecht, meine Hände wurden nicht eiskalt und ich bin auch nicht seit dem weinend im Bett.
Es war alles gut.
Das ist so wichtig zu erleben. Weil es eben nicht selbstverständlich ist. Weil manchmal gerade kleine Dinge echt gross nachwirken. Und auch weil es schön ist, auch einmal schöne Erinnerungen zu durchleben.
Ciao Sambaaff, du bisch en guete.


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