Wunschkind


literatur, familiengeschichte, alltag, autorin-sein

Wenn man die Welt durch offene Augen betrachtet, gibt es viel zu Schreiben. Wenn man dann noch sarkastisch und ein bisschen verkünstelt traumatisiert das ganze rosa glasiert, hört der Spass eigentlich nie auf.

peritonsillar abszess im juli

Etwas länger als drei Wochen lag ich jetzt mit Fieber im Bett.
Ich kann weder Freund*innen noch Feind*innen erzählen, wie schrecklich dieses Abszess war und in welche Abgründe ich da blicken musste.
Aber euch :3
Skip doch, s wird grafisch und eklig, und wenn ich könnte, würd ichs selbst nicht lesen.

Ich bin etwas krank, dicker Hals, Fieber… Zieh einen Schal an und mach so mein Ding.
S kommt raus beim Hausarzt ich habe eine Mandelentzündung und Pfeiffersches Drüsenfieber. Meine Entzündungswerte sprengen die Tabelle.
Die Schmerzen werden aber von Tag zu Tag schlimmer. Ich denk mir nichts dabei. Auf Reddit sind die Schlimmsten Dinge über Pfeiffersches Drüsenfieber zu lesen, es soll wohl schon stimmen alles…
Ich denke also noch immer, meine Mandel sei einfach wahnsinnig entzündet und dick.
Nach etwa fünf Tagen schwillt dann langsam, aber sicher mein gesamter Gaumen auf der linken Seite etwa 1cm breit an. Ich kann weder den Kiefer öffnen noch schlafen oder sprechen, und an Essen ist seit etwa einer Woche nicht zu denken.

Am nächsten Mittag, mein Gott, wie soll ichs beschreiben.
Jedenfalls ende ich über dem Waschbecken und spüle mir etwa eine halbe Stunde den Mund aus. Blanke Panik bricht aus.

Die Hausärztin stellt sie fest: Das war ein peritonsillar Abszess.
Sie schickt mich sofort zum Facharzt. Der hat keine Termine.
Mir ist der Ernst der Situation noch immer nicht klar.

Beim HNO werde ich als Notfall zwischengeschoben. Unfreundlich angefaucht und aufgrund vergessener Krankenkassenkarte fast wieder heimgeschickt. Unter Tränen und ohne Stimme habe ich versucht zu erklären, ich hätte ein Foto, und das wäre doch genau so gut.
Unsensibel fragt mich die Frau, wieso ich nicht lauter spreche, und ich verlier endgültig den Verstand. Ich erkläre mit Hand und Fuss, dass mir gerade irgendwas in meinem Mund geplatzt ist und jetzt seit Stunden alles aus meiner Backe suppt.
Sie sagt: „oh wää“.

Ich darf dann auch nicht ins Wartezimmer. Ich darf mich hinter die Ecke auf einen Hocker setzen.
Ich sitze dann etwa 1,5 h auf einem Höckerlein neben dem Mülleimer, und mir läuft Eiter aus dem Mund.
Das war so entmenschlichend und unwürdig. Ich finde eigentlich gar keine Worte dafür.

Positiv muss hier angemerkt werden: In der Sekunde, als mir daheim über dem Waschbecken das Abszess platzt, lassen alle Schmerzen nach. Die bin ich nun also schonmal los.

Trotzdem sitze ich in Jogginghose und „Lesbian Liberation Now“-T-Shirt schwitzend beim HNO und versuche, nicht laut zu schluchzen. Ich schäme mich so dermassen. Natürlich bekomme ich die peinlichste, gruusigste, schlimmste, ekligste, eiterigste Krankheit jemals. Wer auch sonst.

Der Doktor (ohne Scheiss jetzt …), Rolex tragend, schaut mir dann erstmal in die Ohren und schickt mich dann in den Notfall.
Er sei zwar qualifiziert, hier eine Punktion durchzuführen, würde er jetzt aber eigentlich ziemlich ungern.
Ich muss so richtig für mich einstehen. Ich erkenne in dem Moment dann endlich den Ernst der Lage. Das muss jetzt enden.. Er muss einfach tun was er kann um meinen Mund zu retten.. Ich sage dem Mann, er müsse mir sofort helfen. Jetzt.

Nachdem er (mir zuliebe …) mir etwa 15 cm Nadel in den Rachen geschoben hat, darf ich gehen. Das Ganze dauert 5 min.

Seitdem ist wenig los mit mir, und ich erhol mich von den Strapazen und so.

Auf der Pro-Seite kann ich auch ein paar Dinge auflisten.
Hab zum Beispiel eine Wohnung bekommen. Die Beste. Die Perfekte.
Jetzt suche ich schöne Möbel und Bilder und getöpferte Tassen und Bettwäsche und Kissen und einen Teppich.
Bis jetzt hab ich ein cremefarbenes Cordsofa, ein rosa Handtuchset für mich und ein blaues für meine Freundin und ein Lana-del-Rey-Poster und einen Wasserkrug.
Ihr seht, es kann losgehen.
Bring it on, los los, neues Kapitel oder so …

Das Worst-Case-Szenario meiner ersten Nacht in der neuen Stadt steht schon fest. Es geht mir jeden Tag durch den Kopf und vor dem Einschlafen mindestens drei- oder viermal.
Jetzt muss ich mir nur noch ein Best Case ausdenken. Oder einfach mal machen?
Altbekannter Clinch zwischen Handeln und „auf mich zukommen lassen“.
OOOooh, wer wird jemals wissen, wann was zu tun ist.

Juli-August war also eine Odyssee. Passend, wo gerade der Film heraus kam. Ich hab ihn gesehen. Ja Imax sogar mein Gott.
Teuer und gut gemacht, Riesen Show, alles klar.
Aber mega male-gaze Film mit Calypso als lüsternde durch operiert Hollywood Nmyphe die besser bei the real Housewifes America ausgehoben wäre.
Fand auch irgendwie schade, dass der Fokus soooo stark auf Action, Krieg, Schlachten, Soldaten und Odysseus lag (lol ist ja seine Story ICH WEISS) und nicht auf Mystik, Göttern, Nymphen, Sirenen, Spielerischem, Sagenhaftem, Verwunschenem und dieser künstlich schönen, traumartigen Atmosphäre.

Aber ich denk ich bin nicht die Zielgruppe.
Und ich bin natürlich eh immer ANTI sonst hätte ich keinen Internet-Blog!!
xoxoxo

hi, schreib doch gerne hier einen kommentar <3